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(Rezension) „Wie wir lieben: Vom Ende der Monogamie“

‚Wie wir lieben: Vom Ende der Monogamie‘ ist ein Sachbuch von Friedemann Karig über die Liebe, Sexualität und die verschiedenen Formen wie man diese beiden miteinander verbindet.

COVER: Das Cover ist wunderschön, die Farben sind gut gewählt und sehr viel weniger grell und neon als es auf den Fotos den Anschein erweckt hat. Die Platzierungen des Titels und des Autoren sind perfekt, es ergibt ein schönes Gesamtbild. Auch die sonstige Aufmachung des Buches gefällt mir sehr; die Kapitelübersicht, die persönlichen Geschichten zwischen den sachlichen Abschnitten, dass jedes Sachkapitel mit einer Überschrift und einem passenden Zitat begonnen hat.

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Nach den ersten zwei Kapiteln habe ich angefangen mir Notizen zu machen, Zeilen zu markieren bzw. unterstreichen und Illustrationen hinzuzufügen, damit ich besser mit dem Buch arbeiten konnte bzw. damit mir das Lesen einfacher fiel bzw. das Informationen in mich aufnehmen und verinnerlichen.

INHALT: In ‚Wie wir lieben‚ werden etliche Themen rund um Liebe und Sex angesprochen. Die Sexualität in früherer Zeit, Sex als Sünde, Mythologie (Hera und Zeus), biblische Vorbilder (Adam und Eva & Lilith), Sex in Büchern (Feuchtgebiete, Generation Beziehungsunfähig), Filmen (Pretty Woman, The Lobster), Serien (Bachelor, Sex and the City) und im Internet (Tinder, Parship). Sex als Mittel zum Zweck, Eifersucht, Sex und Liebe im Zusammenhang mit Technologie etc etc etc.

UMSETZUNG: Ich muss wohl damit anfangen zu sagen, dass ich Team #Pro-Tu-was-immer-du-willst-solange-du-damit-niemandem-schadest-bin. Ansonsten lässt sich sagen, dass ich bis jetzt in der Monogamie-Schublade einzuordnen bin, wobei ich nicht weiß, was eventuell ist, wenn ich 30 oder 35 Jahre alt bin.

Grundsätzlich kam mir das Buch sehr wie aneinandergereihte Essays vor; was mich einerseits interessiert hat (der Zusammenhang zur heutigen Gesellschaft), hat mich gleichzeitig auch jedes Mal gestört, wenn schon wieder andere Schriftsteller im gleichen Bereich, Dichter und Philosophen zitiert wurden nur um darauf Bezug zu nehmen, was sie in irgendeinem ihrer Werke einmal gesagt haben.

Der Schreibstil war größtenteils flüssig, obwohl es sich nach einer Weile langgezogen hat und vor Fachbegriffen und Zitaten nur so überquoll. Auch die Wortwahl war meiner Meinung nach relativ problematisch – oder besser gesagt: nicht optimal ausgedrückt. So kam es zum Beispiel, dass es desöfteren so klang, als würde er die Polygamie über die Monogamie stellen und nicht beide gleichrangig ansehen, obwohl er zwischenzeitlich explizit sagt, dass es um eine Gleichstellung der beiden Formen geht, nicht um die Erniedrigung der einen und Verherrlichung der anderen. Trotzdem hat es so gewirkt.

Auch Wiederholungen oder das Verallgemeinern seiner Aussagen hat mich zwischenzeitlich gestört. Während des Lesens habe ich immer wieder daran gedacht, wie das Buch meiner Meinung nach ‚Vom Ende der Monogamie: wie wir lieben‚ heißen sollte anstatt ‚Wie wir lieben: vom Ende der Monogamie‚, da das Augenmerk erst ab über der Hälfte des Buches wirklich auf die Liebe gerichtet wird und selbst dann immer noch der Hauptfokus auf dem Beziehungsmodell Polygamie liegt.

Alles in allem ist WIE WIR LIEBEN etwas in die Länge gezogen. Ich habe mich nach den ersten 170 Seiten etwas schwergetan, weil ich auf den Abschluss gewartet habe. Die Grundmessage: ‚tu, was du willst und lass andere tun, was sie wollen‘ oder auch: ‚jeder definiert Liebe anders, ob polygam oder monogam – Hauptsache glücklich mit der Entscheidung‚ ist oft nicht wirklich für mich herüber gekommen, obwohl ich mir sicher bin, dass der Autor das eigentlich ausdrücken wollte. Sein Ausschweifen hat oft dazu geführt, dass ich drüber nachdenken musste, was jetzt sein Standpunkt ist bzw. was er jetzt eigentlich mit diesem Zitat + Zitat + Argument aussagen wollte. Manchmal ist weniger mehr.

FAZIT: Pro-Monogamie, Pro-Polygamie, Pro-Liebe, Pro-Sex. Das ist mein Standpunkt und war er auch vor dem Buch. Jetzt weiß ich nur sehr viel mehr über die Geschichte von Sex und warum wir Eifersucht empfinden.

„Was uns schwer fällt, ist nicht die Liebe. Was uns schwer fällt, ist das alltägliche Leben.“


Note: I got a free copy in exchange for an honest review. (Thanks. c:)

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