Rezension

(Rezension) Mats Strandberg’s „Die Überfahrt“

Wenn ich Die Überfahrt beschreiben müsste, würde ich sagen: Train to Busan, aber auf einer Fähre und mit ( spoiler) anstatt Zombies.

In DIE ÜBERFAHRT gehen hundert verschiedene Menschen auf die Reise; unter ihnen die typischen Klischés: Albin, der unter den Problemen seiner Eltern leidet, Madde, die mit ihrer besten Freundin mal so richtig entspannen und Party machen will, Dan, ein älterer Schlagerstar, der schon mal bessere Tage hatte und von der gesamten Welt genervt ist, Teenager Lo, die gar nicht erst mit auf die Fähre wollte, Marianne, eine ältere Dame, die sich einsam fühlt und nach Gesellschaft strebt und Calle, der seinem Partner einen Antrag machen möchte und früher auf der Charimsa Baltic gearbeitet hat.

Ich wollte dieses Buch lesen seit ich herausgefunden habe, dass es existiert. Das hat vorallem zwei Gründe (a) das wunderschöne Cover mit den atemberaubenden Blau-Tönen und (b) Mats Strandberg, der Autor, wird auf dem Sticker „Der schwedische Stephen King“ genannt und das hat mich unheimlich interessiert und mir die Geschichte um 1000% spannender gemacht, obwohl ich (c) noch nie ein Buch von King gelesen habe und daher nicht sagen kann, ob mir der Vergleich auch positiv hängengeblieben wäre, wenn das der Fall wäre. (Aber ich schätze mal „Ja“.) Und ich bin etwas enttäuscht – nicht, weil das Buch stattdessen „schlecht“ war, sondern weil es eher in die „ganz gut, aber nicht atemberaubend“-Kategorie fällt und diese Mittelmäßigkeit mein Herz schwer macht.

Die Spannung in „Die Überfahrt“ breitet sich langsam aber stetig aus, aber einen richtigen Höhepunkt habe ich nie gefühlt. Klar, gab es etwas, das einem „Stand-Off“ ähnelte, aber davon ist bei mir nichts angekommen. Keine Angst ist auf mich übergeschwappt – und ich finde, dass sollte so sein in einem Thriller. Positiv beeindruckt hat mich das Konzept und die Tatsache, dass Strandberg sich nicht gescheut hat relativ viele graphische und blutige Szenen zu beschreiben. Das waren dann auch die, die mir besonders gefallen haben. Vor allem die „Stell dich tot“-Szene.

Dafür, dass das Buch 507 Seiten lang ist, passiert relativ wenig. Definitiv ein negatives Element für mich. Außerdem: vorhersehbare Entwicklung der Geschichte (mein Lesestatus beschreibt dabei relativ gut „Außerdem sehe ich nur zwei Möglichkeiten, wie das Ganze enden kann und keine davon ist besonders positiv für die Beteiligten.“) und eine stille und schleichende erste Hälfte. Trotzdem weitergelesen habe ich, weil die Kapitel kurz und bündig sind, der Schreibstil angenehm zu lesen ist und die Atmosphäre mich zwischendurch in ihren Bann gezogen hat. Es gab einige Momente, die einen Eindruck auf mich hätten schinden können, wenn sie noch „ein bisschen Mehr“ gewesen wären: ein bisschen spannender, ein bisschen emotionaler. Leider ist es immer kurz vor diesem Gefühl geblieben, dass es nicht genug ist.

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4 Kommentare zu „(Rezension) Mats Strandberg’s „Die Überfahrt“

  1. Ich lese es gerade und bin auf Seite 160 und so langsam wird es spannend. Aber bis dahin habe ich es gelesen wie einen Gesellschaftsroman 🙂 Ich habe durch viele negative Rezensionen nicht besonders viel erwartet, ich denke genau das rettet mir das Buch gerade, den ich finde es erstaunlich gut.

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